Botanisch (Lateinisch): Juniperus communis L Englisch: Juniper (-
Berries) ú Französisch: Gen‚vrier
Geschichte: Bereits im alten Ägypten, vor etwa 2.500 Jahren, kannte
man Wacholderbeeren. Bei den alten Germanen nahm man Reisig vom
Wacholderbeerstrauch zum Verbrennen der Toten, da Wacholder bei
ihnen heilig war. Bei den Griechen und Römern wurden die Beeren in
der Küche und in der Medizin verwendet. Früher verbrannte man
Wacholderbeeren, um die Luft zu reinigen, und verwendete sie gegen
Schlangenbiß. Auch bei Seuchengefahr verbrannte man Zweige und
Beeren auf öffentlichen Plätzen. Wacholdergebrauch als Gewürz,
Heilmittel und mystisches Zaubermittel ist uralt.
Hauptanbaugebiete: Wacholder wächst wild in fast ganz Europa und im
klimatisch gemäßigten Asien.
Beschreibung: Der immergrüne Wacholderstrauch ist eine Konifere, die
zu den Zypressengewächsen gehört und in geschützten Lagen auf
Sandboden bis zu 3 m hoch wird. Die sehr spitzen, stacheligen Nadeln
stehen in Büscheln an Zweigen. Nach der Bestäubung bildet sich an
weiblichen Büschen eine weiche Schicht um den Samen, aus denen
Beeren entstehen. Die Beeren kommen erst im 3. Jahr zur Vollreife.
Sie haben sich dann von grün in ein dunkles, bläuliches Violett
verfärbt. Sie werden frisch gepflückt und schonend getrocknet, damit
das ätherische Öl nicht entweicht. Wacholderbeeren duften
charakteristisch balsamisch und schmecken schwach bitter, würzig,
aromatisch, harzig mit einem süßlichen Beigeschmack. Wacholderbeeren
werden ganz, gequetscht, gerissen oder gemahlen verarbeitet. In der
Küche findet Wacholder kaum noch Verwendung. Wacholderbeeren
verleihen Gin und Likören ihren charakteristischen Geschmack.
Verwendung: Fleisch-, Wild und Geflügelgerichte, Schinken,
Sauerkraut, Kohl, Rauchfleisch, Fischmarinaden, Spirituosen (Genever,
Gin Steinhäger, Doornkat usw.), Suppen, Soßen, Räucherpulver, Tee,
zum Pökeln und Beizen. Die Skandinavier geben Wacholderbeeren zu
Marinaden für Fleisch. In Nordfrankreich werden die Beeren in
Wildgerichten und Pƒt‚ verwendet, im Elsass und in Deutschland im
Sauerkraut. Zerdrückte Beeren kann man mit Salz und Knoblauch
mischen und damit Wildgeflügel vor dem Braten einreiben. Mit
Nelkenpfeffer und Pfeffer kombiniert benützt man Wacholder zum
Würzen von Rindfleisch. Wacholder paßt gut zu Knoblauch, zu
aromatischen Kräutern wie Majoran und Rosmarin, zu Wein, Bier,
Brandy und vor allem Gin. Verwenden Sie ihn in Marinaden und Saucen
für Schweinefleisch und Wild, in Pökellaugen, Trockensalz-Mischungen
und in Pƒt‚s. Wacholder eignet sich zum Würzen von Kalbfleisch und
gebratenem Rindfleisch.
Wacholder ist von altersher als Heilmittel bekannt: Aufgrund seiner
antiseptischen Wirkung diente er vor allem im Mittelalter als
Allheilmittel für verschiedene Seuchen und gegen Schlangenbisse.
Kräuterspezialisten schreiben ihm eine diuretische und
entzündungshemmende Wirkung zu. Wacholderbeeren sind Bestandteil
vieler Kräutertees. Sie wirken appetitanregend und
verdauungsfördernd. Sie sind gut für Magen und Darm sowie für die
Schweißabsonderung und Harnausscheidung. Bei Gicht und Rheuma reibt
man Wacholderbeeröl auf die Gelenke, bei Flechten auf die Haut.
Wacholderbeeren sollte man nicht während der Schwangerschaft oder
bei Niereninsuffizienz verwenden.
: Stichworte: Gewürzinfo, Fleisch,Tee,Marinade, Sauce
: Quelle: Fibel
Erfasst *RK* 03.12.02 von
Michael Staib
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